Bürgerrat in Köln: Mobil im lebenswerten Quartier

  06. August 2025 Aktuelles

Im Frühjahr 2025 fand Kölns erster Bürgerrat statt. Unter dem Thema „Mobil im Quartier“ diskutierten 55 ausgeloste Bürger*innen über die Zukunft der Mobilität in ihren Stadtteilen – nun liegt der Abschlussbericht vor. Die Empfehlungen reichen von Gestaltungselementen in Wohnstraßen über Maßnahmen auf Quartiersebene bis hin zur Aktivierung der Anwohnenden. 

Zum Hintergrund

Der Verkehrsausschuss des Kölner Stadtrates beauftragte die Verwaltung mit der Entwicklung einer stadtweiten Konzeption „Mobil im lebenswerten Quartier“ unter Erprobung des Formats Bürgerrat. Durch diesen Beschluss erhielt der Bürgerrat den Auftrag, Empfehlungen für eine zukunftsfähige Straßenraumgestaltung in den Kölner Quartieren zu erarbeiten. Hierzu sollten die Teilnehmenden:

  1. Ziele für die Gestaltung von Straßenräumen entwickeln,
  2. konkrete Maßnahmen zur Umsetzung dieser Ziele vorschlagen,
  3. Kriterien zur Priorisierung von geeigneten Räumen erarbeiten und
  4. Ideen zur Öffentlichkeitsbeteiligung bei der Umsetzung entwickeln.

Der Ablauf

Zwischen dem 28. März und dem 11. Mai 2025 erarbeitete der Bürgerrat in fünf Sitzungen konkrete Empfehlungen zum Thema „Mobil im lebenswerten Quartier“. Ziel war es, Maßnahmen zu entwickeln, mit denen Kölns Stadtviertel künftig nachhaltiger, lebenswerter und gerechter gestaltet werden. Unterstützt wurden die Teilnehmenden von Fachleuten aus der Stadtverwaltung sowie einer externen Beratungsorganisation. Zusätzlich brachten Expert*innen aus Wissenschaft, Stadtplanung und Zivilgesellschaft ihr Wissen ein und sorgten für eine fundierte Grundlage für die Diskussionen im Bürgerrat.

Die Teilnehmenden

Die Stadt Köln verschickte rund 7.000 Schreiben an zufällig ausgewählte Personen. 1.395 Menschen antworteten darauf. Aus diesen Rückmeldungen wurden 59 Teilnehmende kriterienbasiert ausgelost, damit die Perspektiven von unterschiedlichen Geschlechtern, Altersgruppen, Stadtteilen und Bildungsständen vertreten sind. Um auch Menschen zu erreichen, die erfahrungsgemäß höhere Hürden bei der Teilnahme an solchen Formaten haben, etwa aufgrund von Armut, geringem Einkommen, Migrationsgeschichte oder Behinderungen, wurden zusätzlich neun Personen über Multiplikator*innen gewonnen. Unterstützt wurde dieser Teil des Prozesses durch die enge Zusammenarbeit mit der Sozialraumkoordination Köln und der Kölner Freiwilligen Agentur. Beide Organisationen verfügen über wichtige Zugänge und Kontakte in unterschiedliche Lebenswelten.

Die Ergebnisse

Die Mitglieder des Bürgerrats haben mehr als 100 Ideen für eine zukunftsfähige Straßenraumgestaltung in den Kölner Quartieren gesammelt. Die Vorschläge reichen von Gestaltungselementen in Wohnstraßen über Maßnahmen auf Quartiersebene bis hin zur Aktivierung der Anwohnenden. Was den Mitgliedern des Bürgerrats besonders wichtig war, zeigen die übergeordneten Ziele:

  1. Die Maßnahmen der Stadt Köln sollen eine höhere Verkehrssicherheit bewirken.
  2. Die Maßnahmen sollen eine größtmögliche Barrierefreiheit sicherstellen.
  3. Die Maßnahmen sollen eine zugängliche, umweltfreundliche Mobilität ermöglichen.
  4. Die Maßnahmen sollen die Lebensqualität im Quartier steigern.
  5. Die Maßnahmen sollen zur Verbesserung des Stadtklimas beitragen.
  6. Der Umsetzung der Maßnahmen soll eine transparente Beteiligung vorausgehen.
  7. Die Maßnahmen sollen Begegnung, Aktivierung und Engagement im Quartier fördern.

Zum Abschlussbericht

Wie geht es weiter?

Die Ergebnisse des ersten Kölner Bürgerrats sind nun mit einer Mitteilung an die Politik veröffentlicht worden. Bis spätestens Anfang 2026 soll auf Grundlage der Empfehlungen aus dem Bürgerrat ein Konzept für die nachhaltige und lebenswerte Gestaltung der Kölner Stadtviertel entstehen. Darüber hinaus werden die Ergebnisse auch an anderer Stelle berücksichtigt, etwa beim Ausarbeiten der Maßnahmen für den nachhaltigen Mobilitätsplan "Besser durch Köln".

Foto: ©C. Ehrchen

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