Klima trifft Kommune: Erste Bürgerräte übergeben Empfehlungen

  23. Januar 2026 Aktuelles

In unserem deutschlandweiten Modellprojekt "Klima trifft Kommune" organisieren wir Klima-Bürgerräte, über deren Empfehlungen anschließend in einem verbindlichen Ratsentscheid abgestimmt wird. Mit dabei sind mittlerweile vier Partnerkommunen: Osterburg (Sachsen-Anhalt), Berlin-Marzahn sowie Flensburg und Pinneberg (Schleswig-Holstein). Wir ziehen eine Zwischenbilanz: Was haben wir 2025 erreicht – und wie geht es 2026 weiter?

Osterburg: 21 Empfehlungen für eine verbesserte Mobilität

Den Auftakt machte die Hansestadt Osterburg (Altmark), wo vom 21. August bis 27. November 2025 in sechs Sitzungen der Bürgerrat zu Mobilität stattfand. Unterstützt von unabhängigen Moderator*innen sowie Fachleuten, die Rückmeldung zum Thema geben konnten, einigten sich die 30 zufällig gelosten Teilnehmenden auf 21 priorisierte Empfehlungen, die am 16. Dezember 2025 dem Osterburger Stadtrat übergeben wurden.

Zum Gutachten

Die Empfehlungen mit der meisten Zustimmung befassen sich mit dem Neubau oder der Sanierung von Rad- und Fußwegen und mit der Erhöhung der Verkehrssicherheit vor Kitas und Schulen durch regelmäßigere Kontrollen. Gleichzeitig schlug der Bürgerrat drei Fragen vor, über die 2026 mittels eines Ratsreferendums abgestimmt werden könnte. Zwei davon befassen sich mit der Breiten Straße im Zentrum Osterburgs; hier soll über die behindertengerechte Umwandlung zweier Parkplätze und über bessere Kennzeichnungen von Be- und Entladezonen sowie Radwegen abgestimmt werden. Für die Krumker Straße schlägt der Bürgerrat vor, über die Sanierung mitsamt Errichtung eines kombinierten Rad- und Fußweges abzustimmen. „Mit Ihren Ideen und Ihrer Kompetenz geben Sie uns wertvolle Hilfestellungen an die Hand, um Entscheidungen treffen zu können“, bedankte sich Bürgermeister Nico Schulz beim Bürgerrat.

Bürgermeister N. Schulz und Stadtratsvorsitzenden T. Werner mit Mitgliedern des Bürgerrates
Gutachten-Übergabe in Osterburg / Foto: Stadt Osterburg

Berlin-Marzahn: 100.000 Euro für den Hitzeschutz

Auch der Bürgerrat im Berliner Stadtteil Marzahn-Nord zum Thema Hitzeschutz fand im Herbst seinen Abschluss – mit der Besonderheit, dass es statt einem Ratsentscheid eine Einwohner*innen-Befragung geben wird. Das Thema hier: Wie können Mittel für Hitzeschutz effektiv und bedarfsgerecht im Quartier eingesetzt werden?

Vom 7. bis 22. November 2025 fanden insgesamt drei Sitzungen mit 30 Teilnehmenden statt; in der letzten wurde auch hier über jede Empfehlung einzeln abgestimmt. Das Ergebnis: Der Erhalt von Bäumen und Grünflächen, das Aufstellen neuer Wasserspender und die Zusammenarbeit mit Wohnungsbaugesellschaften für einen besseren Hitzeschutz in deren Liegenschaften liegt den Mitgliedern besonders am Herzen – neben weiteren 25 Maßnahmen. 2026 stehen im Stadtteil 100.000 Euro für den Hitzeschutz zur Verfügung. Damit werden längst nicht alle Empfehlungen finanzierbar sein, weshalb der Bürgerrat empfiehlt, das Geld vor allem für neue Sitzbänke und zum Erhalt von Bäumen und Grünflächen zu verwenden.

Bürgerrat Marzahn mit Bezirksbürgermeisterin Nadja Zivkovic / Foto: Björn Obmann

Ausblick 2026: Flensburg und Pinneberg in den Startlöchern

2026 geht es spannend weiter – die nächsten zwei Kommunen starten in ihre Bürgerrats-Prozesse. In Flensburg beginnt das Jahr mit dem Losverfahren: Ab Ende Januar werden Flensburger*innen zufällig ausgewählt und eingeladen. Im April stehen dann die 30 Teilnehmenden fest und beginnen in der ersten Sitzung, über die Verkehrsplanung Flensburgs zu diskutieren. Ebenfalls im Frühjahr 2026 werden die Ergebnisse des Marzahner Bürgerrates der Bezirksverordnetenversammlung vorgestellt, bevor ganz Marzahn-Nord bei einer Einwohner*innenbefragung über die Vorschläge abstimmen kann. Zur Umsetzung soll es noch im laufenden Jahr kommen. Im September wird es in Osterburg ernst: Die Empfehlungen aus dem Bürgerrat stehen parallel zur Landtagswahl Sachsen-Anhalt zur Abstimmung. Und direkt im Anschluss startet dann unser letzter Modell-Bürgerrat in Pinneberg. Dort werden die Teilnehmenden über Klimaanpassungsmaßnahmen diskutieren. Sowohl die Empfehlungen in Pinneberg als auch die aus Flensburg werden dann bei der Landtagswahl 2027 abgestimmt.

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